Das Tee-Versprechen

TeaKörper, Gesundheit und sonstige Attraktionsrubriken bieten einen unendlichen Quell der Namensgebung für Teeverpackungen: Von „Verdauungstee“, „Blasen-Tee“ über „Bronchialtee“, „Magen-Darm-Tee“ bis hin zu „reine Frauensache“ locken die Heißgetränkproduzenten. Allerdings ist die Wirksamkeit in den seltensten Fällen bewiesen.

Tee ist Dauertrend. Nicht nur in Bezug auf seine anhaltende Popularität, sondern auch hinsichtlich des alljährlichen Genusses. Denn das warme Getränk eignet sich nicht nur in der kalten Jahreszeit. Wer bei schweißtreibenden Temperaturen Eisgekühltes trinkt, mag einem nachvollziehbaren Bedürfnis nach innerer Abkühlung nachgehen, aber eben diese bringt den Körper dazu, die innere Heizung anzuwerfen. Dem Organismus wird vorgegaukelt, aufgrund der zugefügten Kälte die Temperatur erhöhen zu müssen, um sie im Anschluss wieder der Sommerhitze gemäß zu senken – ein kreislaufstrapazierender Vorgang.

Daher bietet sich warmer Tee als Sommergetränk an und wird vor allem in arabischen Ländern, in Form von gesüßten Apfel- oder Minztees, getrunken. Doch auch gekühlte Varianten, wie Zitronen-Melisse, Ingwer-Minze oder schwarzer Tee können willkommene Erfrischer sein, solange Sie darauf achten, Ihrem Körper keinen Kneippbad-Schock zuzumuten und – trotz großem Durstgefühl – nicht zu schnell trinken.

Betrachtet man allerdings Teeverpackungen im Supermarkt, wird einem schnell bewusst: Dieses Getränk muss sehr viel mehr leisten, als Flüssigkeit zu spenden, die Körpertemperatur zu beeinflussen und womöglich gut zu schmecken. Kaum ein anderes Lebensmittel wird wohl von den Herstellern so stark mit einer verkaufsfördernden Namensgebung aufgeladen. Was bei manchem Konsumenten die hübsche Verpackung mit der an Freude geradezu mitreißenden Sonne einer Biotee-Marke bewirkt, leisten beim anderen die aufgedruckten Wohlbefinden- oder Heilversprechen, kunstvolle, assoziationsbeladene Namen, oder solche, die suggerieren, dass der Tee für einen individuellen Anlass der absolut richtige sei. Zunächst noch verständlich sind die klassischen Sorten „Bronchial-“, „Magen-Darm-“, „Blasentee“, dann weiten sich die Befindlichkeitsbaustellen aus und legen Beruhigungs-, Schlaf-, Harmonie- oder kraftfördernde Tees nahe. Der Namenspool endet bei „Heiße Liebe“, „Wind der Savanne“, „Ostseebrise“, oder „Herbsttee, Karl-Heinz“.

Große Versprechen, kleine Nachweise

All diesen Tees ist zweierlei gemeinsam. Um ihre Zusammensetzung herauszufiltern, muss man entweder in der Kräuterkunde bewandert sein, oder das Kleingedruckte lesen. Und zweitens: Moderne klinische Studien zu ihrer Wirksamkeit sind Mangelware. So urteilt Ökotest über Gesundheitstees im Jahre 2012 folgendermaßen: „Wir stufen die Wirksamkeit der Arzneitees gerade noch als „wenig überzeugend“ und nicht als „nicht nachgewiesen“ ein, weil die Bedeutung des Rituals der Teezubereitung nicht zu unterschätzen und uns die subjektiv empfundene Verbesserung der Befindlichkeit bei leichten Beschwerden wichtig ist.“ Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der untersuchten Tees werden hingegen im Wesentlichen aus ärztlicher Erfahrung und Anwendungsbeobachtungen abgeleitet.

Was im Marketingjargon „aufladen“ oder „emotionalisieren“ genannt wird, ist demnach auch hier leider nur genau das – ein Produkt wird äußerlich attraktiver gemacht. Nichts desto trotz hält Tee, was er per se verspricht: Da er mit viel Wasser aufgegossen wird, ist die Flüssigkeitszufuhr hoch und der Koffeingehalt niedriger als bei Kaffee. Teerituale werden in Asien und England als Förderer mentaler Balance betrachtet. Auch heißt es zwar, dass in grünem und schwarzen Tee antioxidativ wirkende Flavonoide enthalten sind, die das Krebsrisiko senken sollen, dem gegenüber steht jedoch die Behauptung, dass übermäßiges Teetrinken zu Eisenmangel führen kann. Bei all dem (Wissens-)Durst steht fest: Trinken ist gesund. Und am gesündesten trinken Sie, wenn Sie sich über alle Inhaltsstoffe sicher sein können. AktivWasser bietet genau diese Garantie – ein Wasser, das höchsten gesundheitlichen Ansprüchen gerecht wird.

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