Schnellküche satt – Fertiggerichte auf dem Prüfstand

iStock_000020947254_TiefkühlNicht nur auf Musicfestivals stehen Dosenravioli hoch im Kurs. Fertiggerichte von der Tiefkühlpizza bis hin zu gefrorenen Pastavariationen werden immer beliebter. Trotzdem bleibt ihr Image schlecht. Was ist dran an der Dosen- und Tiefkühlkritik?

Es ist ein Zeichen unserer Zeit: „Menü to go, Lektüre to go, Liebe to go und Nachtisch zum Mitnehmen“ heißt es im Lied einer deutschen Sängerin in Bezug auf unsere „Tempomat-Mentalität“. Auch der Anstieg von Singlehaushalten und beruftstätigen Eltern fördert den Rückgriff auf sogenannte Convenience Produkte. Verschiedenen Studien zufolge kommen in deutschen Familien mehrmals pro Woche Fertiggerichte auf den Tisch. Nur noch in jedem zweiten Haushalt gibt es täglich eine selbst zubereitete Mahlzeit. Diese Tendenz ist kaum verwunderlich. Stress im Job, mangelnde Zeit und Ruhe sind die Hauptgründe dafür, dass dem Essen weniger Aufmerksamkeit zukommt.

Dabei wissen die meisten Menschen, wie sie sich gesund ernähren können. Die Diskrepanz herrscht zwischen Bewusstsein und tatsächlichem Verhalten. Auch die Einstellung, dass für viele Essen reine Nebensache ist, begünstigt die ungesunde Ernährung. Davon betroffen sind vor allem Männer, junge Leute und Geringverdiener. Bei diesen Gruppen stehen auch vermehrt Fastfood, Süßigkeiten und Fleischgerichte auf dem Speiseplan.

Was im Volksmund allerdings den Misskredit von Fertiggerichten begründet, übt auf unsere Gesundheit keine Gefahr aus. Die Bedenken richten sich gegen Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker und werden vielfach übertrieben. Zwar reagieren einige Menschen mit Unverträglichkeiten, zum Beispiel auf Milchzucker oder bestimmte Emulgatoren, aber diese Beschwerden sind nicht besonders häufig. Auch die üblichen Mengen an Zusatzstoffen sind unbedenklich. Dennoch sollte der Verzehr in Maßen gehalten werden. Gerade Geschmacksverstärker führen dazu, dass sich die Konsumenten an einen Einheitsgeschmack gewöhnen. Das kann vor allem bei Kindern problematisch werden.

Zu viel Fett und Kalorien, zu wenig Vitamine

Problematisch an Fertiggerichten sind vielmehr ein hoher Fett- und Salzgehalt. Während bei einem zu hohen Salzverzehr durch das Ausscheiden über die Nieren der Blutdruck steigt, liefern Pommes, Pizzen und Co mehr Kalorien als nötig. Die wenigsten achten jedoch bei der darauf folgenden Mahlzeit darauf, den Energiegehalt dementsprechend zu reduzieren. Auf Dauer führt der Verzehr also zum Übergewicht und zum erhöhten Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen. Auch die Qualität der zugesetzten Fette hat Nachteile auf die Gesundheit. Vielfach verwenden die Hersteller gesättigte Fette, da sie billiger und länger haltbar sind und im Gegensatz zu gesättigten Fetten beim Erhitzen nicht zerstört werden. Allerdings begünstigen sie Herzattacken und Schlaganfälle und sollen in größeren Mengen krebserregend sein. Zudem schaden uns sogenannte Transfettsäuren, die in gehärtetem Fett enthalten sind. Da sie die Cholesterinwerte im Blut nach oben treiben, wurden beispielsweise in den USA bereits Grenzwerte für Transfettsäuren in der Nahrung eingeführt.

Fertiggerichte geizen außerdem an Gemüse. Im Schnitt enthalten sie weniger Vitamin A und C, Eisen, Calcium und Ballaststoffe. Die Zusammensetzung kann über die Nährwerttabelle abgelesen werden. Die Variante, auf Fertiggerichte aus dem Bioladen zurückzugreifen, garantiert immerhin, dass mindestens 95 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau stammen. Trotzdem sollte der Fett- und Kaloriengehalt geprüft werden und auch der Aspekt nicht aus den Augen geraten, dass die Kühlkette während Transport und Lagerung, sowie die Herstellung mehr Energie verbraucht und damit das Klima belastet.

Convenience Food muss dennoch nicht komplett aus der Küche verbannt werden. Als Beilage kann Tiefkühlgemüse mitunter einen höheren Vitamingehalt beisteuern, da die Produkte schneller verarbeitet werden, als frische Ware. Wenn man eine Tiefkühlpizza mit frischen Gemüse belegt oder zum Tiefkühlfisch Volkornreis statt Käsestäbchen reicht, lässt sich Fertigessen durchaus als Bestandteil verwenden. Man sollte aber darauf achten, dass das Selbstkochen aus frischen Zutaten, sowie bewusstes und zeitintensives Essen nicht zu kurz kommt. Ebenso wichtig ist es, zu den Mahlzeiten und grundsätzlich über den gesamten Tag verteilt, ausreichend Wasser zu trinken. Mit AktivWasser sind Sie auf der sicheren Seite, was Qualität und Bekömmlichkeit angeht. Denn wie der jüngste Pferdefleischskandal zeigt: die Transparenz von den Bestandteilen in Fertigprodukten lässt mehr als zu Wünschen übrig. Und obwohl Trinkwasser rein äußerlich ein transparentes Lebensmittel ist, sollte auch hier die Qualität nicht unterschätzt werden.

3 Gedanken zu „Schnellküche satt – Fertiggerichte auf dem Prüfstand

  1. Hallo! Erst mal Klasse Bericht u. stimmt 100 %.Ja bei mir als Kind hieß es auch immer, was auf den Tisch kommt wird verzehrt u. der Teller wird leer gemacht. Naja das war früher nicht gut, war etwas mobel dick. es wurde immer alles ganz frisch gekocht. Verstehe das nicht, wie man auf Fertigprodukte oder Fastfood umsteigen kann. Ist doch viel zu teuer. Es geht doch so schnell was aus Gemüse ,Kartoffeln…zu Kochen. Aber ich denke, das ist heute Bequemlichkeit der Eltern, was Frisches zu Kochen. Darum gibts auch so viele übergewichtige Kinder.

  2. Wie recht du hast….ich sehe das hier jeden Tag, was die Mitschüler meiner Tochter als Brotzeit mitbekommen in die Schule. Und was sie dann zum Mittag zu Hause vorgesetzt bekommen. Obwohl doch die Andalusische Küche eine sehr abwechslungsreiche in sich ist. Wir kochen jeden Tag frisch und abwechslungsreich, auch wenn unsere Tochter (6 Jahre) es so nicht erkennt. Aber für mich fängt dort die Erziehung zu einer ausgewogenen Ernährung an. Saludos Ole

  3. Ich gebe Dir prinzipiell Recht, und meistens machen wir das ja auch. Aber ab und zu kann es auch mal schnell gehen, auch eignen sich solche Dinge gut für die kleine Mahlzeit im Büro, die sind fest verschlossen, überschaubar und man kann sich immer noch auf ein Essen zu Hause freuen. ♥

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