Sodbrennen, Magensäure und mehr

Heartburn on the JobGlaubt man den Statistiken, dann leiden etwa 30% der Deutschen regelmäßig oder zumindest gelegentlich an Sodbrennen. Was sind die Ursachen? Was kann man tun?

Hin und wieder ist zu lesen, dass ein zu wenig an Magensäure für Sodbrennen verantwortlich sei. Ursache sei, dass der Magen „mehr walken“ müsse, um den Speisebrei für die folgenden Verdauungsprozesse richtig aufzubereiten. Das Walken sorge dafür, dass Magensäure in die Speiseröhre gelange und es so zu Sodbrennen komme.

Nun stellen sich mehrere Fragen. Die einfachste zuerst: Warum verschwindet das Sodbrennen, wenn Menschen Medikamente nehmen, welche die Produktion von Magensäure reduzieren? Würde obige Theorie stimmen, dann müssten diese Menschen zwangsläufig stärker von Sodbrennen betroffen sein…

Dennoch spielt Magensäuremangel hin und wieder eine Rolle. Er kann zu einer Vielzahl von nichtspezifischen Symptomen ähnlich denen von Sodbrennen führen – nicht jedoch zu dem typischen, dauerhaften scharfen Sodbrennen. Weitere Symptome, die vor allem während der Mahlzeiten auftreten können, sind Magendruck und Magenschmerzen, Blähungen und Aufstoßen. Oft jedoch bleibt ein Magensäuremangel ohne Symptome, oder die Symptome lassen sich nur schwer als ungewöhnlich erkennen, insbesondere wenn die Erkrankung schon seit längerer Zeit besteht. Ursachen des eher seltenen Magensäuremangels sind i.d.R. eine atrophische Gastritis (in mehr als 90% aller Fälle als Folge einer chronischen Gastritis wegen der Infektion mit Helicobacter Pylori) oder die Folge der Einnahme säurehemmender Medikamente.1

Kommen wir zu den Fakten. Wie funktioniert der Magen eigentlich?

Der Magen gehört zu den Verdauungsorganen, liegt im Oberbauch und verbindet die Speiseröhre mit dem Dünndarm. Er ist ein Hohlorgan mit einer Wand aus Muskelgewebe, die innen mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Im Magen vermischt sich die Nahrung mit dem Magensaft, der hauptsächlich aus Salzsäure und dem eiweißspaltenden Stoff Pepsin besteht. Das anschließende Zusammenziehen der Muskelschicht in der Magenwand bewirkt eine mechanische Verkleinerung von Nahrungsbrocken und deren anschließenden Weitertransport Richtung Dünndarm. Am Magenausgang befindet sich der Pförtner, eine durch einen ringförmigen Muskel verstärkte enge Übergangstelle zwischen Magen und Dünndarm. Dieser Muskel öffnet sich regelmäßig, um Nahrungsbrei in den nachfolgenden Zwölffingerdarm, den ersten Teil des Dünndarms, zu entlassen. Der Magen ist außerdem für die Bildung eines Vitamin B12-bindenden Stoffes verantwortlich. Dieser Stoff ist notwendig, damit Vitamin B12, das wir mit der Nahrung zu uns nehmen, vom Darm ins Blut aufgenommen werden kann.“ 2

Im Gespräch zu Funktionen des Magens erläuterte Dr. med. Benno Schulte-Mattler (Frankfurt) ergänzend noch einen wichtigen Aspekt: Sobald der Speisebrei im unteren Bereich des Magens (in der Nähe des Pförtners) seinen sehr sauren pH-Wert eingebüßt hat, sich der Speisebrei also in Richtung basisch verändert, ist das ein Signal für den Pförtner, zu öffnen und den Speisebrei sukzessive in den Dünndarm zu leiten.

Und das Sodbrennen?

Das unangenehme Sodbrennen ist eine Folge der Einwirkung von Magensäure auf die Speiseröhre, die nicht wie die Mageninnenwand durch eine Schleimhaut geschützt ist. Üblicherweise kommt Magensäure nicht bis zur Speiseröhre. Das geschieht nur dann, wenn zu viel Magensäure produziert wurde oder wenn der zwischen Speiseröhre und Magen liegende Schließmuskel nicht korrekt arbeitet. Was sind die Ursachen?

Insbesondere üppiges Essen am Abend, hastiges Essen, Stress und Weißwein mit erhöhtem Säuregehalt (Wein ist darüber hinaus auch ein „Säurelocker“) sorgen für ein Zuviel an Magensäure und sind dann die Ursache für Sodbrennen.3

Wird dauerhaftes Sodbrennen langfristig mit Medikamenten behandelt, welche die Produktion der Magensäure hemmen, dann kommt es u.U. zu Magensäuremangel (s.o.).

Neben verschiedenen Hausmitteln nutzen eine ganze Reihe von Menschen Aktivwasser mit einem hohen Nutzen bei Sodbrennen – und das, obwohl in Aktivwasser keine echte Lauge steckt.

Sodbrennen und Aktivwasser

Aktivwasser ist eine basische, wässrige Lösung und entsteht in ihrer Form ausschließlich durch einen physikalischen Vorgang, der Teilelektrolyse von Wasser mittels Gleichstrom in einer Wasserzelle (Elektrolysezelle) mit Trennmembran (Gleichstrom wie bei der Taschenlampenbatterie mit Plus- und Minuspol). Auf chemischem Wege hergestellte „basische Wässer“ haben andere Eigenschaften und sind an dieser Stelle nicht hilfreich (außerdem auch sonst wenig dienlich).

Der Vorgang der Teilelektrolyse heißt korrekt elektrophysikalische Wasseraktivierung (EPWA). Dabei kommt es zu einer moderaten Konzentration elektrisch geladener Teilchen (auf der Pluspolseite der Wasserzelle finden wir mehr negativ geladene Teilchen, auf der Minuspolseite mehr positiv geladene Teilchen). Außerdem entstehen neue Teilchen: Auf der Minuspolseite (die ist für unsere Betrachtung von Interesse, hier entsteht das basische Aktivwasser) bilden sich sogenannte Hydroxid-Ionen, das sind Teilchen, die in basischen Lösungen die Eigenschaft „basisch“ signalisieren sowie Wasserstoff.

Nun ist basisches Aktivwasser keine starke Lauge, das merkt man schnell daran, dass selbst dann, wenn ein hoher basischer Wert gemessen wird, die Lösung keinerlei ätzende Wirkung hat. Es fehlt die chemische Bindung der Hydroxid-Ionen zum Mitspieler der Lauge, z.B. Natrium oder Kalzium. Würde man z.B. Natronlauge mit hohem basischen Wert nehmen, dann würde ein hinein gesteckter Finger schnell deutliche Spuren der ätzenden Wirkung zeigen. Einige Autoren schreiben zwar, dass dieses Wasser Ätznatron enthalte, diese Autoren haben sich jedoch nicht mit der nötigen Sorgfalt mit Aktivwasser beschäftigt – es ist kein Ätznatron enthalten. Da kommen berechtigte Zweifel auf, ob andere Behauptungen nicht ebenfalls das Ergebnis falscher Überlegungen sind. Das ist für den Leser stets eine unglückliche Situation.

Die fehlende chemische Bindung hat zur Folge, dass basisches Aktivwasser im Gegensatz z.B. zu Natronlauge Salzsäure (wie sie im Magen vorkommt) nicht im Sinne der chemischen Neutralisation in Wasser und neutrale Salze trennt.4

Dennoch berichten sehr viele Menschen davon, dass sie mit dem Trinken von basischem Aktivwasser neben anderen gesundheitlichen Nutzen ihr Sodbrennen los geworden sind. Wie ist das zu erklären?

Dr. med. Walter Irlacher, Mit-Autor des Buches „Service Handbuch Mensch” schreibt, dass seine Patienten (Kurgäste in Bad Füssing) während ihrer Kur basisches Aktivwasser tranken. Die Kuren dauern jeweils 2 Wochen. Schon nach wenigen Tagen wurden Verbesserungen im Magen-Darm-Trakt beobachtet. Sodbrennen, Blähungen und Verstopfungen verschwanden oft schon währen der Kur. Die Vitalität stieg, während der Blutdruck sank. Das Blutbild verbesserte sich sichtbar.5

Die Wirkungen hinsichtlich des Sodbrennens sind auf die im basischen Aktivwasser gelösten Mineralien (ihre Konzentration wurde etwas erhöht, s.o.) zurückzuführen, die als Säurepuffer fungieren können. Dazu kommt, dass auch Hydroxid-Ionen beteiligt sind, Ionen, die helfen, Neutralsalze zu bilden. Die Wirkungen sind also klar erkennbar und seriös dokumentiert, der genaue Wirkmechanismus lässt sich theoretisch erklären, konnte aber bisher nicht praktisch untersucht werden, da bei den Reaktionen mit Wasser, im Gegensatz zu chemischen Medikamenten, keine Stoffwechselabfälle entstehen, die auf den Wirkmechanismus schließen lassen.

http://www.internisten-im-netz.de/de_magen-aufbau-funktion_1511.html

http://flexikon.doccheck.com/de/Magen

1 Ito M, Haruma K, Kamada T et al.: Helicobacter pylori eradication therapy improves atrophic gastritis and intestinal metaplasia: a 5-year prospective study of patients with atrophic gastritis. Aliment Pharmacol Ther 2002; 16: 1449–1456.

2 Quelle: Franziska Grunder, Dr. med. Urspeter Knecht, eesom AG, 2006

3 Nach: Messmann H (Hrsg): Klinische Gastroenterologie, 1. Auflage, Stuttgart Thieme 2011.

Labenz J, Leodolter A: Gastroösophageale Refluxkrankheit – Die klinische Präsentation bestimmt die Therapie, in: MMW-Fortschr.Med.Nr.14/200

4 Ferger, D.: Jungbrunnenwasser, Weil am Rhein, 2011

5 Irlacher, Dr. med. Walter, Asembaum, Karl. H.: Servicehandbuch Mensch, Sept. 2006, München

 

 

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